Umweltministerin Höfken besucht Lingerhahn

Bild: Axel Bernatzki, Energieagentur Rheinland-Pfalz

Auf dem Weg vom Dorfladen über die Kindertagesstätte und den Spiel- zum Sportplatz machten Ministerin Ulrike Höfken und die Lingerhahner Gemeinderäte kurz Halt an der prächtigen Lok – und lächelten für ein Gruppenbild in die Frühlingssonne. Umweltministerin Höfken hatte nicht nur viel Lob im Gepäck für die in Lingerhahn aus Windkrafterträgen geleisteten und geplanten Investitionen, sie konnte auch konkrete Hinweise geben zu aktuellen Förderprogrammen, beispielsweise für den künftigen Küchenbetrieb in der Kita.

Dorfrundgang macht Vielfalt der Energiewende-Projekte deutlich

Umweltministerin Ulrike Höfken zeigt sich in Lingerhahn beeindruckt von den Initiativen der Gemeinde / Regionale Wertschöpfung eröffnet Zukunftschancen

Die anderthalb Stunden Aufenthalt waren knapp kalkuliert, so viel gab es für Landesumweltministerin Ulrike Höfken zu sehen und zu erfahren, als sie jetzt die Ortsgemeinde Lingerhahn besuchte. Von Bürgermeister Uwe Schikorr und einigen Gemeinderatsmitgliedern begleitet, staunte die Ministerin über Vielfalt und Spannweite der Zukunftsprojekte, die das 500-Seelen-Dorf mit Hilfe seiner Windkraft-Erträge auf den Weg gebracht hat.

Beispielhaft ist für Höfken der Beitrag der Gemeinde zur regionalen Wertschöpfung. „Sechs Milliarden Euro fließen jedes Jahr aus Rheinland-Pfalz ab für Energie-Importe; stellen Sie sich vor, was wir damit alles hier im Land machen könnten!“, sagte sie und fügte mit Blick auf den anstehenden Heizungswechsel im Gemeindehaus hinzu: „Die 8000 Liter Heizöl, die Sie bald durch Holzpellets ersetzen, sind ein wertvoller Beitrag zu dieser regionalen Wertschöpfung.“

Sanierung des Gemeindehauses und Erweiterung der Kita sind die jüngsten Projekte in Lingerhahn. Das Gebäude wird energetisch saniert; für die Tagesstätte gibt es danach eine eigene Küche, in der Mahlzeiten frisch zubereitet werden können. Dass dazu Fördermittel aus Landesprogrammen fließen werden, konnte Ministerin Höfken an Ort und Stelle zusichern – sowohl für die technische Ausstattung, als auch für die Anschaffung von Großbehältern, die umweltschädliche Aluminiumverpackungen bei angelieferten Mahlzeiten überflüssig machen.

Bürgermeister Schikorr vernahm die Botschaft erfreut. Er hatte zuvor darauf hingewiesen, wie wichtig öffentliche Fördermittel für die lokale Entwicklung in dem Dorf gewesen sind: Vom Dorfladen mit kleinem Café über den Spielplatz bis zum Vereinsheim am Sportplatz, das sich zu einem Treffpunkt für die Bürger auch abseits sportlicher Wettkämpfe entwickelt habe.

Diese Initiativen hätten zudem private Investitionen ausgelöst, beispielsweise für barrierefreie Wohnhäuser, die altersgerechtes Wohnen in Dorf ermöglichen. Die Ortsgemeinde setzt damit nicht nur ein Zeichen für die Energiewende, sondern auch gegen den drohenden demografischen Wandel.

Statt weiterer Neubaugebiete setzt Lingerhahn auf die so genannte „Nachverdichtung“ im Dorf. Konkret erwirbt Gemeinde einzelne Grundstücke im Ortskern und veräußert sie (an Neubürger) weiter; Anfragen liegen vor. Durch diese Nachverdichtung möchte man neben dem Erhalt eines lebendigen Ortskerns, so Ortsbürgermeister Schikorr, auch weitere Flächenversiegelung im Umfeld des Ortes vermeiden.

Dorfentwicklung auf dem Hunsrück ist für den Gemeinderat nicht ohne Waldentwicklung denkbar. Rund ein halbe Million Euro hat er deshalb eingeplant für einen „Waldumbau“. Insbesondere Fichten sollen in einem Zeitraum von zehn Jahren durch andere Gehölze ersetzt werden. Lingerhahn leistet nicht nur einen beachtlichen Beitrag zur Energiewende, das Dorf bereitet sich zugleich auf die Folgen des Klimawandels aktiv vor.


Bezogen auf die Energiewende zählt Lingerhahn zu den besonders aktiven Gemeinden im ohnehin vorbildlichen Rhein-Hunsrück-K reis. Dem Schnorbacher Beispiel folgend werden Windkraft-Erträge gezielt eingesetzt:
• Energiespar-Richtlinie mit kostenfreien Energiecheck-Einzelberatungen, LED-Leuchtmitteltausch und Zuschüssen bei Kauf hocheffizienter Haushaltsgeräte
• Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik,
• halbe Gärtner-Stelle für die Pflege der Grünanlagen ohne Chemie,
• energetische Sanierung des Gemeindehauses und Ersatz der Öl- durch eine Holzpelletsheizung.

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